Kampftechniken für Kinder

Kampftechniken für Kinder: Ultima ratio oder sine ratio?

Viele „Selbstverteidigungs-Experten" vermitteln klassische Kampftechniken, die sie als ultima ratio bezeichnen, auch Kindern. Die Kinder sind davon begeistert. Sie lieben es, wenn man ihre Machtphantasien bedient. Eltern und gelegentlich sogar Pädagogen sind ebenfalls begeistert. Gut finden sie, was ihren Kindern Spaß macht!

 

Bin ich Spaßmacher oder Pädagoge? Ist Spaß ein Güte-Kriterium? Die Kinder sollen etwas Vernünftiges lernen. Wenn das auch noch Spaß macht, umso besser. Wir betrachten zunächst die gängigen Übungen - die nicht im Ki-do vermittelt werden! -
und dann die Anwendung in verschiedenen Situationen!

 

1. Klassische Selbstverteidigungs-Techniken

     
 

Kind schlägt gegen Schlagpolster
Schlagpolster-Training

 
     

Junge gibt Fauststoß
Fauststoß

Junge gibt Schienbeintritt
Schienbeintritt
- selbstverständlich ohne Schützer!

   

Mädchen zieht die Haare ihres Gegners
Haare ziehen:

Mit großer Freude ist das Mädchen dabei!

Mädchen gibt Kniestoß
Kniestoß:

Mit Spannung verfolgen die Kinder diese Aktion!

   

Anwendung Situation 1: "Mitschnacker"-Situation (Fußgänger)

     
  Mann erzeugt Angst gegenüber dem Gegner  
  Angst dominiert: Die Energie ist weg!  

 

Mann hält distanz für eine mögliche Attacke
Fauststoß auf das Nasenbein? Unmöglich!
Distanz zu groß!

Mann mit Mädchen auf der Schulter
Was immer sie auch vorhatte, es hat nicht geklappt! Sie wird abtransportiert!

 

Mädchen gibt Kniestoß

Unkritische Betrachter freuen sich über den gelungenen Kniestoß.

Kritische Betrachter fragen sich, welcher Täter wohl so dämlich wäre,

die Beine zu grätschen und die Knie zu beugen, um den Kniestoß zu ermöglichen.

     

Anwendung Situation 2: "Mitschnacker"-Situation (PKW)

   
Kind wird aus einem Auto angesprochen Kind kommt dicht ans Auto ran
"Bist du auch Fußball-Fan?" "Ich kann dich nicht verstehen, komm dichter!"
   
  kind wird ins Auto gezogen  
  Das Kind ist weg!  
     

Die klassischen SV-Techniken: Befreiungstechnik, Fauststoß, Schienbein-Tritt und Kniestoß:
Was haben sie gebracht?
Im Ki-do lernt das Kind, sich sofort in Sicherheit zu bringen, Hilfe zu holen und mit
Detektivarbeit den Täter ermitteln und stoppen zu helfen.

 

Anwendung Situation 3: Mißbrauch-Situation im Wohnzimmer

Sexualstraftäter kommen zu ca. 85 % aus dem Bekannten- und Verwandtenkreis. Wie soll das
Kind beim Missbrauchsversuch reagieren: Mit Kniestoß und Schienbeintritt?

     
  Junge wird von einem Mann belästigt und reagiert abweisend  

Im Ki-do entwickelt das Kind seinen Mut und lernt, den Mund aufzumachen,

ein „Nein" mit dem ganzen Ich zu zeigen (Abschrecken)

und /oder sich zu entfernen (Ausweichen) und sich jemandem anzuvertrauen.


Fazit:

Wir sehen: Klassische Kampftechniken für Kinder sind nicht ultima ratio sondern komplett sine ratio = ohne Verstand! Trügerische Sicherheit ist gefährlich und hat nichts mit Selbst- Verteidigung zu tun sondern nur mit Selbst-Beruhigung.


Davon abgesehen: (Das Wissen um) Tötungstechniken wie Tritt in die Genitalien gehört nicht in Kinderköpfe und nicht in Kinderhände. Wenn Kinder diese Techniken untereinander praktizieren, werden keine Gewaltprobleme gelöst sondern geschaffen!


Die Lösung liegt eben nicht in der Muskulatur. Ist der Angreifer größer und stärker (oder in Überzahl), funktioniert die Verteidigung nicht mit Fäusten oder Füßen sondern mit Köpfchen.
Ki-do Spruch: „Schlauer als der Kinderklauer!"

Zurück zur Fotogalerie




site created and hosted by nordicweb