1. Einleitung
Selbst-Verteidigung ist eigentlich das wichtigste Unterrichtsfach! Wichtiger als Deutsch und
Mathe! Warum?
Bei Gefahr oder Gewalt kommt es zu
- Besitzverlust
- Freiheitsverlust
- Psychischer Verletzung
- Physischer Verletzung oder
- Tod
Nichts ist wichtiger als Lebenserhaltung, trotzdem wird dieses Fach am wenigsten unterrichtet!
Allen ist bewusst, dass niemand sicher vor Gewalt ist. Es ist also notwendig, sich
selbst verteidigen zu können. Selbst, weil man sich nicht darauf verlassen kann, dass andere es tun.
Entweder ist keiner da, sie können es nicht, sie trauen sich nicht oder sie wollen nicht (weil
sie Zuschauen interessanter finden).

Verkehrserziehung und Schwimmen sind allgemein anerkannte und praktizierte Teilbereiche
der Selbst-Verteidigung.
Es gibt ca. 300.000 mißbrauchte Kinder pro Jahr in Deutschland. Trotzdem sind Selbst-
Verteidigungs-Seminare gegen (sexuelle) Gewalt noch lange nicht selbstverständlich. Das
müssen wir ändern. Das Angebot liegt mit Ki-do vor.

Ki-do ist kein verkapptes Karate- oder Judo-Training für Kinder. Karate oder Judo können sie
im örtlichen Verein betreiben. Das hat einige sehr positive Effekte (exzellente Schulung der
Konditionsfaktoren, etc.) Mit Selbst-Verteidigung – das wird jeder seriöse Trainer zugeben –
hat ein solches Training jedoch nichts zu tun. Auf dem Schulhof dürfen Kinder keine Fußtritte
oder Hüftwürfe anwenden, und gegen erwachsene Angreifer haben sie damit keine Chance!

Was ist und was leistet Ki-do?

Das Projekt Ki-do habe ich zum Schutz der Kinder vor allen Formen der Gewalt 1992 ins
Leben gerufen. Es ist das erste Sicherheitstraining in Deutschland, das speziell für Kinder
entwickelt wurde: kindgerecht und praxisorientiert. Ki-do – das Erfolgskonzept – macht
Kinder stark und konfliktfähig.

Ich habe nicht die Selbst-Verteidigung erfunden, aber ich habe aus den verschiedenen für
Gewaltprävention und Selbst-Verteidigung relevanten Feldern eine einmalige Synthese
geschaffen und damit ein spezielles Konzept für Kinder entwickelt: Ki-do.

Die 8 Felder für erfolgreiche Gewaltprävention und Selbst-Verteidigung sind:
- Erziehungswissenschaft
- Psychologie
- Theologie und Ethik (Werteorientierung statt Beliebigkeit)
- ZEN
- Weisheiten des Bu-do
- Sportwissenschaft
- Über 40 Jahre Kampfkunsterfahrung (3. DAN Karate, etc.)
- Über 20 Jahre Leitung von Selbst-Verteidigungs-Seminaren

In diesen Zusammenhang gehört, dass ich zwei Töchter und zwei Söhne im Alter von 8 – 20
Jahren habe.
Dieser optimale theoretische und praktische Unterbau macht Ki-do zum Erfolgskonzept.

Ki-do ist progressiv angelegt und stellt in vierfacher Hinsicht ein übergreifenden Konzept dar:
- Ki-do stärkt und begleitet die Kinder vom Kindergarten bis zum Schulabschluß.
- Ki-do bindet alle Beteiligten mit ein: die Kinder durch Kinder-Seminare, Eltern,
Erzieher/innen und Lehrer/innen durch spezielle Fortbildungs-Seminare.
- Ki-do schützt durch sein umfassendes Gewaltverständnis vor allen Gewaltformen.
- Ki-do schützt über das Kindes- und Jugendalter hinaus auch Erwachsene durch
spezielle Selbst-Verteidigungs-Seminare für Frauen, Männer, Senioren und Firmen.

Selbst-Verteidigung ist – auch wenn es meist anders dargestellt wird – in erster Linie keine
bewegungs-technische Angelegenheit von Kampftechniken. Vorrang haben nicht psychomotorische
Lernziele und -inhalte sondern kognitive und sozial-affektive.
Schwächen sind maßgeblich für Gewalt: sowohl in der aktiven (Täter) als auch in der
passiven (Opfer) Rolle.
Selbst-Verteidigung ist primär eine pädagogische und psychologische Aufgabe, weil sie sowohl
Unterricht im Sozialverhalten als auch eine Stärkung der Psyche erfordert. Deshalb ist
mit Ki-do ein pädagogisch-psychologisches Konzept entwickelt worden.

Ki-do distanziert sich ausdrücklich von den üblichen SV-Konzepten und verzichtet bei
Kindern prinzipiell auf die Vermittlung von Kampftechniken.
1.Die Vermittlung von Schlag- und Tritt-T echniken schützt kein Kind vor einem
erwachsenen, körperlich überlegenen Angreifer! Ein Sexualverbrecher, der selbst
Gewalt gewohnt ist und die Absicht hat, ein Kind zu missbrauchen und u.U. zu
ermorden, lässt sich durch einen Tritt gegen das Schienbein nicht überraschen und
schon gar nicht außer Gefecht setzen!
2.A uf dem Schulhof lösen Hau-drauf-Techniken keine Gewaltprobleme, sie schaffen
welche!


„Schlagen und Treten gehört in keine pädagogische Einrichtung und in kein pädagogisches
Konzept! Die Vermittlung von Kampftechniken an Kinder wird ihre Gewaltprobleme nicht
lösen!“ findet auch Dr. Christian Böhm von der Beratungsstelle Gewaltprävention in
Hamburg.

Ki-do setzt auf Köpfchen statt Faust! Ki-do ist die intelligente Form der Selbst-Verteidigung –
kein Kampfsport! Ki-do ist Selbst-Verteidigung im echten Sinne des Wortes.
Es geht darum, einen Schaden von sich abzuwenden, nicht dem Angreifer anschließend
Schaden zuzufügen
. (Hier gibt es viel in den Köpfen von Kindern und Erwachsenen
geradezurücken.) Setzt eine intelligente Verteidigung in einer frühen Phase eines Konflikts
an, erübrigt sich in aller Regel ein körperlicher Gegenangriff.

Das ganzheitliche Konzept des Ki-do bietet für die verschiedenen Formen der Gewalt
effektive Gegenmaßnahmen, die spielerisch und mit Humor in kind- bzw. alters-gerechten
Rollenspielen, Tests, Übungen, Gesprächen u. Geschichten erarbeitet werden.

Die Stärkung der Individualkompetenzen (Ich-Stärkung: Selbstvertrauen, Selbstwertgefühl,
Selbstkontrolle, etc.) hilft nicht nur dem potentiellen Opfer, auch kindliche Aggressoren
finden Wege aus der Gewalt.

Die Stärkung der Sozialkompetenzen (Wir-Gefühl und gegenseitige Verantwortung) reduziert
die Gewalt in der Schule und fördert Zivilcourage, die Achtung vor Mitschülern und Lehrern
sowie deren Eigentum und der Unterrichtsstätte. So wichtig wie die Individualisierung ist die
Erziehung zur Gemeinschaft und zu sozialer Verantwortung.

Mit Ki-do erzielten diverse Kinder bereits nach einem 3-Tage-Seminar erstaunliche Erfolge:
So haben Mädchen durch einen mit dem ganzen Ich ausgeführten Schrei einen sexuellen
Angreifer abgeschreckt, sich dann erfolgreich in Sicherheit gebracht, daheim den Mut
gefunden, den Vorfall zu berichten und durch die Entwicklung detektivischer Fähigkeiten
eine gute Personenbeschreibung geben können.

Mobbingopfer haben gelernt, verbale Angriffe an sich abprallen zu lassen. Gleichzeitig
wurde das Wir-Gefühl der Klassen so entwickelt, dass die Täter nicht mehr Täter wurden und
Mobbingangriffe unterblieben.

Kinder, die ausgeraubt werden sollten, haben rechtzeitig die Situation erkannt, die Straßenseite
gewechselt und erfolgreich das Prinzip des Ausweichens angewendet.

Schüchterne Kinder haben ihre Stimme gefunden, nicht nur um im Fall eines Angriffs abzuschrecken,
sondern auch um im Unterricht endlich gute Beiträge leisten zu können. Da sie
außerdem gelernt hatten, ihren Standpunkt zu vertreten, bekamen sie nun von Mitschülern die
Anerkennung, die ihnen zustand.

Das ständig weiter entwickelte heutige Ki-do vereint folgende Erfahrungen:
1. Über 20 Jahre Selbst-Verteidigungs-Seminare für Frauen, Männer und Teenager.
2. Über 10 Jahre Fortbildungs-Seminare für Erzieher/innen, Lehrer/innen und Eltern.
3. Über 10 Jahre Sicherheits-Seminare für Kinder.

Über 20.000 Kinder haben mittlerweile bundesweit erfolgreich und mit großer Begeisterung
Ki-do Seminare absolviert.
Qualifikation, Qualität und (Lebens-) Erfahrung: das ist es, was Ki-do Seminare auszeichnet.

Die folgenden Ausführungen zu Zielen, Inhalten, Methoden und Organisation von Ki-do
Seminaren beziehen sich auf die Seminare für Kinder und Jugendliche.
Bezüglich der Fortbildung von Eltern und Pädagogen verweisen wir auf unser Seminar-
Angebot sowie auf unser „Konzept zur Fortbildung von Lehrer/innen und Erzieher/innen im
Bereich Gewaltprävention und Selbst-Verteidigung“.

Im Anhang finden Sie Informationen zum Seminarleiter / zu meiner Person.
Bei diesem sensiblen Thema wollen die Eltern etwas wissen über die notwendige
pädagogisch-psychologische Qualifikation des Lehrers.

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