5. Mitgestaltung der Ki-do Seminare

Um den Effekt der Seminare zu maximieren, werden alle Beteiligten – Kinder, Eltern und
Pädagogen – in die Arbeit mit eingebunden. Dies Element der Mitgestaltung der Seminare ist
ein wesentlicher Schlüssel zum Erfolg. Die verschiedenen Formen der Mitgestaltung sollen
kurz erläutert werden.

5.1 Mitgestaltung durch die Kinder
a) Indirekte Mitgestaltung durch die Kinder
Keine Kindergruppe ist wie die andere. Sowohl das einzelne Kind als auch die Gruppe ist
einzigartig. Deshalb darf ihnen auch kein knebelndes Lernprogramm übergestülpt werden.
Die Gruppe und auch das einzelne Kind müssen – dem Leitsatz der Montessori-Pädagogik
entsprechend – da abgeholt werden, wo sie stehen. So werden also die Übungen und die
Reihenfolge der Übungen zugeschnitten auf die Situation, das Leistungsniveau und die
Belange der Kinder. Das nenne ich indirekte Mitgestaltung.

b) Direkte Mitgestaltung durch die Kinder
Die Kinder werden während des Seminars immer wieder ermuntert, Fragen zu stellen, eigene
Erlebnisse zu erzählen, Rat abzuholen. Aus jedem einzelnen persönlichen Fall können alle
etwas lernen. Wer das persönliche Gespräch mit mir sucht, findet die Gelegenheit in den
Pausen. Lösungen lassen sich auch ohne Nennung von Namen und unter Berücksichtigung
von Hemmungen und Privatsphäre im Seminar erarbeiten.
Inhaltliche Wünsche der Kinder werden selbstredend behandelt.

5.2 Direkte Mitgestaltung durch Eltern
a) Vor Durchführung des Seminars
Bei der Wahl der Schwerpunkte im Seminar werden Wünsche gern integriert.

b) Während des Seminars
Durch die Möglichkeit der täglichen Hospitation und den Austausch am Ende eines
Seminartages wird nicht nur eine Transparenz für die Eltern geschaffen. Es entsteht auch die
Möglichkeit, spontane Wünsche der Eltern – insbesondere unter Berücksichtigung von
Besonderheiten und individueller Probleme der Kinder sowie Gewalterfahrungen –
pädagogisch aufbereitet zu behandeln.

5.3 Direkte Mitgestaltung durch Pädagogen
a) Vor Durchführung des Seminars
Bei der Wahl der Schwerpunkte im Seminar werden die Wünsche derjenigen, die ihre
Lerngruppe optimal kennen, selbstredend gern integriert.

b) Während des Seminars
Finden die Seminare am Schulvormittag in der Klasse statt, können die Kolleginnen und
Kollegen die Seminare komplett begleiten. So wird eine enge Zusammenarbeit ermöglicht.
Der Austausch über auffällige Schüler erleichtert ein individuelles Eingehen und eine
effektive Förderung sowohl von besonders sensiblen Kindern als auch von Kindern in Opferbzw.
Täterrolle.
Berichten die Kolleginnen und Kollegen über besondere Vorkommnisse in der Klasse,
können diese sofort und flexibel in die Seminararbeit eingearbeitet und pädagogische
Lösungen entwickelt werden
Nach dem Seminar können die Klassenlehrer/innen auf die Lernerfolge und die Ki-do Regeln
zurückgreifen und im alltäglichen Unterricht nutzen.

Durch unsere besonderen Ki-do-Fortbildungs-Seminare für Pädagogen und für Eltern
wird unsere Gewaltpräventionsarbeit in ihrer Effektivität noch gesteigert.

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