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Kompakt-Seminar für Lehrer/innen und Erzieher/innen
Sexuelle Gewalt
Das Problem:
Etwa 30.000 Fälle von sexuellem Missbrauch an Kindern kommen jährlich in Deutschland
zur Anzeige – soweit die Hellziffer. Die Dunkelziffer ist um ein 10-faches höher und liegt
bei 300.000! In jeder Klasse sitzen statistisch gesehen 1 – 2 mißbrauchte Kinder!
Etwa 85 % der Täter kommen aus dem Bekannten-, Freundes- und Verwandtenkreis! –
Soweit das kalte Zahlenwerk, welches in keinster Weise das persönliche Leid des einzelnen
Kindes widerspiegelt!
Kinder vor Gefahrenquellen wie z.B. Straßenverkehr und Badeunfällen zu schützen, haben
wir uns lange zur Aufgabe gemacht. Auch die Lehrpläne haben sich dieser Problematik angenommen.
Verschiedene Organisationen führen Aktionstage zur Sicherheit durch, usw.
Wie weit gehen unsere Maßnahmen, Kinder vor sexueller Gewalt zu schützen?
Die vormalige Familienministerin Renate Schmidt hat folgendes Motto herausgegeben:
Hinsehen, Handeln, Helfen!
Damit hat sie uns alle aufgefordert, an diese widerwärtigste Form der Gewalt an Kindern
heranzugehen. Wir sind konfrontiert mit einem sehr sensiblen Thema, das gleichermaßen
schwierig und unangenehm ist, das Hemmungen und Emotionen weckt. Uns ist klar, dass
wir nicht eingreifen können, nicht zur Stelle sind, wenn jemand Kindern so etwas antut.
Die Kinder sind allein – auf sich gestellt. Wie helfen wir Kindern, sich selbst zu helfen?
Die Lösung:
Die Beratung von Opfern und Eltern von Opfern ist nicht Teil dieses Seminars. Hier gibt es
bereits Organisationen und Beratungsstellen, die hervorragende Arbeit leisten. Selbstverständlich
steht auch Ki-do nach einem Gewaltfall mit Rat zur Seite und hilft erfolgreich, Opfer
psychisch wieder aufzubauen. Die Zielsetzung dieses Seminars ist jedoch die Prävention:
der Schutz der Kinder vor sexueller Gewalt statt der Hilfe nach sexueller Gewalt.
Das Seminar gibt effektive Hilfen unter der Prämisse: Schutz statt Selbstberuhigung.
Kritischen Pädagogen ist lange klar, dass Machtphantasien („ So schlägt und tritt man den
Angreifer k.o.!“) genauso wenig helfen wie bloße Ratschläge („Wir haben drüber
gesprochen!“) oder das berühmte Nein-Sagen. Unsere Themen sind:
- Wege der Ich-Stärkung,
- keine Opfersignale senden sondern einer starken Ausstrahlung entwickeln,
- Nein-Zeigen mit dem ganzen Ich statt Nein-Sagen mit schüchternem Stimmchen
- Sensibilisierung des schlechten Gefühls „Hier ist was faul!“ im Zusammenhang mit
der Schwierigkeit, die oft freundliche Art / Ausstrahlung des Täters zu durchschauen.
Termin: nach Absprache, vor-, nachmittags o. abends; Basis-Seminar: 3 Zeitstunden
Ort: in der jew. pädagogischen Einrichtung
Teilnehmerzahl: mind. 15 Personen; Kosten: € 25,-
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