Ki-do Team
Gewaltpräventions-Seminare für Schule und Kindergarten

Ki-do Urkunden

Wir haben lange überlegt, ob wir am Ende eines Seminars Urkunden für die Kinder verteilen sollten. Urkunden sind nicht unproblematisch: Kinder sollen lernen, dass sie für sich selbst lernen und nicht, um irgendwelche Zertifikate zu ergattern. Es geht um den persönlichen Lernerfolg und nicht um den Erhalt eines Stück Papiers. An der Universität bekommt man nach erfolgreichem Seminar einen Schein. Und jeder weiß, dass der Schein trügen kann. Dieses „Schein-Denken“ wollen wir nicht unterstützen.

Auf der anderen Seite kann der Erhalt einer Urkunde das Kind stolz machen und damit sein Selbst-Vertrauen stärken. Das allein reicht aber nicht, um sich für Urkunden auszusprechen. Die Urkunde muß mit einem Inhalt verbunden werden, der eine bleibende Relevanz für das Kind ermöglicht.

So wurde ein Text entworfen, der als Hilfestellung und Handlungsanweisung über das Seminar hinaus gilt. Besonderes Gewicht und besonderen Wert haben hier die Ki-do Regeln, die nicht nur in Gefahren- und Gewalt-Situationen helfen. Sie haben Gültigkeit in jedem Bereich des Alltags. Damit sind sie im wahrsten Sinne alltagstauglich und bieten den Kindern jederzeit eine Hilfe zur Handlungsorientierung – auch und gerade im normalen Unterricht. Ihre Anwendung unterstützt damit ein gutes Lernklima und optimalen Lernerfolg.

Diese von uns entwickelten Ki-do Regeln sind letztlich eine Kurzfassung der 7 Säulen des Ki-do; aber sie sind durch ihre Kürze und Prägnanz kindgerecht und nicht zu abstrakt!

Sie lauten:

  1. schlau
  2. mutig / kernig
  3. wachsam
  4. schnell
  5. nett
  6. Übung – macht den Meister!

Zu Regel 1:
Die meisten SV-Trainer betonen „schnell ist wichtig“! Im Ki-do gilt:„Richtig ist wichtig!“ „Schlau“ steht an erster Stelle, da die Lösung primär intelligent sein muß, um effektiv zu sein.

Zu Regel 2:
Um das umzusetzen, was als schlau erkannt wurde, braucht es eine bestimmte innere Haltung, die wir kurz als „mutig“ bezeichnen. Ist der Mut schwach und sind die Hemmungen (Angst, Schreck, Schmerz aber auch Wut) stark, kann man nicht bzw. nicht sinnvoll handeln. Mut braucht es auch, um erfahrene Gewalt zu melden!

Verbunden mit der inneren Haltung ist die äußere Haltung, die wir als „kernig“ bezeichnen. Das Äußere sollte die innere Stärke widerspiegeln, um Tätern die Motivation zum Angriff zu nehmen = Präventive Wirkung der Körpersprache!

Zu Regel 3:
Wer „wachsam“ ist, kann Gefahren rechtzeitig erkennen und damit vermeiden. Darüber hinaus hilft sie, Tathergang und Täter zu beschreiben.

Zu Regel 4:
Die intelligente Handlung muß dann auch mutig und „schnell“ ausgeführt werden.

Zu Regel 5:
„Netter“, freundlicher und respektvoller Umgang hilft, Gewalt zu reduzieren. Denn auch wenn man sich allzu gern nur als Opfer betrachtet – der Täter steckt ebenso in einem. Die Stärkung des „Wir-Gefühls“, die Verbesserung des Sozialverhaltens und der Zivilcourage gehören mehr in den Vordergrund.

Zu Regel 6:
Die Kinder sollen über das Seminar hinaus durch „Übung“ (mit Partnern) die Wirkung des Seminars vertiefen und verlängern. Auch das Durchhaltevermögen wird so gesteigert.

Urkunden gibt es sowohl für den einzelnen Schüler (die Leistung des Individuums) als auch für die ganze Klasse.(die Leistung der Gemeinschaft).

Zur Demonstration:
- Ki-do Urkunde zum Basis-Seminar